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Alice Schwarzer
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Alice Sophie Schwarzercite-ref-1[1] (* 3. Dezember 1942 in Wuppertal) ist eine deutsche Journalistin, Publizistin und HĂśrbuchsprecherin. Sie ist GrĂźnderin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift Emma und wurde als Feministin bekannt.
Contents
⢠Biografie
⢠Seit 2009
⢠Privates
⢠Sadomasochismus
⢠Prostitution
⢠Rezeption
⢠Auszeichnungen
⢠Schriften
⢠Als Autorin
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Biografie
Kindheit und Religion
Alice Schwarzer wurde 1942 unehelich im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld geboren und wuchs bei ihren GroĂeltern auf. In einem Interview bezeichnete Schwarzer später ihren GroĂvater als âsehr mĂźtterlichâ und ihre GroĂmutter als âsehr politisiert mit einem hohen Gerechtigkeitssinnâ. Schwarzer hierzu: âIch komme aus einer Familie, fĂźr die es selbstverständlich war, in der Nazizeit nicht den Blick zu verlieren und mit den Opfern mitzufĂźhlen.âcite-ref-2[2] Nach ihren Angaben habe ihre Familie zwar keinen organisierten Widerstand geleistet, aber private Resistenz: Ihre GroĂmutter habe auch nach 1938 in jĂźdischen Läden eingekauft und sei dafĂźr von Nazis geohrfeigt worden, sie habe Zwangsarbeiter unterstĂźtzt und den HitlergruĂ verweigert.cite-ref-3[3]
Schwarzer entstammt einer atheistischen Familie. Sie lieĂ sich mit zwĂślf Jahren evangelisch taufen und später auch konfirmieren. Sie bezeichnet sich als ânicht im engeren Sinne gläubigâ.
Ausbildung und Leben in Paris
Schwarzer besuchte die Handelsschule und arbeitete einige Jahre im kaufmännischen Bereich. 1963 ging sie nach Paris, wo sie die franzĂśsische Sprache erlernte, und kehrte 1965 nach Deutschland zurĂźck. Sie volontierte bei den DĂźsseldorfer Nachrichten und ging 1969 als Reporterin zur Zeitschrift Pardon. Von 1970 bis 1974 arbeitete sie in Paris als freie politische Korrespondentin fĂźr Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Ihr Spezialgebiet waren âdie Folgen von 68 im politischen, sozialen und kulturellen Bereichâ. An der Universität Vincennes, die auch Studenten ohne Hochschulreife aufnahm,cite-ref-4[4] studierte sie von 1970 bis 1974 ohne Abschluss Psychologie und Soziologie,cite-ref-5[5] unter anderem bei Michel Foucault.
Frauenbewegung der 1970er Jahre
1970 freundete sich Schwarzer mit Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre an. Ihre Interviews mit de Beauvoir, gefĂźhrt zwischen 1971 und 1982, erschienen 1983 unter dem Titel Weggefährtinnen im Gespräch. Beauvoir schrieb in einem Vorwort zu dem Buch: âDank unserer feministischen wie persĂśnlichen Freundschaft war sie in der Lage, mir die Fragen zu stellen, die mich interessierten, und ich konnte ihr ganz und gar offen antworten.âcite-ref-6[6] Schwarzers Fernsehporträt Ăźber de Beauvoir fĂźr den NDR von 1973 verĂśffentlichte sie 2007 als DVD im Emma-Verlag.cite-ref-7[7] 2007 erschien auch Schwarzers Auswahl von Beauvoirs Texten sowie ein Essay von ihr: âEin Lesebuch mit Bildernâ.cite-ref-8[8]
Zusammen mit Monique Wittig und anderen gehĂśrte Schwarzer zu den Initiatorinnen des Pariser Mouvement pour la libĂŠration des femmes (MLF), eine der ersten feministischen Gruppen der franzĂśsischen Frauenbewegung. Am 5. April 1971 verĂśffentlichte das franzĂśsische Wochenmagazin Le Nouvel Observateur ein Ăśffentliches Bekenntnis, in dem 343 Frauen, darunter viele Prominente wie Catherine Deneuve und Simone de Beauvoir, erklärten: âEine Million Frauen pro Jahr lassen in Frankreich eine Abtreibung vornehmen. Sie tun dies unter gefährlichen Umständen, da die Abtreibung gesetzlich verboten ist. [âŚ] Ich erkläre, daĂ ich eine davon bin. Ich erkläre, daĂ ich abgetrieben habe.â Auf spektakuläre Weise forderten sie die Legalisierung der Abtreibung und leiteten eine Ăśffentliche Diskussion ein. Schwarzer exportierte diese Aktion unter dem Motto Frauen gegen den § 218 nach Deutschland. HĂśhepunkt war die Titelgeschichte der Illustrierten Stern am 6. Juni 1971, in der 374 Frauen Ăśffentlich bekannten: Wir haben abgetrieben! Im Herbst desselben Jahres erschien Schwarzers erstes Buch Frauen gegen den § 218.cite-ref-9[9]
In ihrem Buch Frauenarbeit â Frauenbefreiung (1973) kam Schwarzer auf der Grundlage von 16 Interviews mit Frauen sowie der allgemeinen Lage der Frauen zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzung zur Gleichberechtigung auĂerhäusliche Berufstätigkeit sei. Gleichwohl sei sie eine zusätzliche Belastung. Konkrete Hilfe fĂźr Frauen mĂźsse folglich bei der gesellschaftlichen Ăbernahme von Erziehungs- und Hausarbeit ansetzen, bei der Rationalisierung des Haushalts und der gerechten Verteilung sämtlicher die Familie betreffenden Aufgaben zwischen den Partnern. Eine tiefgreifende Veränderung der sozialen Ordnung setze allerdings voraus, dass jede Frau auch in ihrer eigenen Beziehung bereit sei, sich gegen männliche Privilegien zu wehren. Der Kampf, so Schwarzer, mĂźsse immer auf einer kollektiven und einer individuellen Ebene zugleich gefĂźhrt werden.cite-ref-10[10]
In ihrem Buch Der kleine Unterschied und seine groĂen Folgen analysierte sie die Sexualität als âAngelpunkt der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern und der UnterdrĂźckung der Frauenâ. Die âZwangsheterosexualitätâ ist fĂźr sie nicht angeboren, sondern sei ein kulturelles Gebot. Sie plädierte fĂźr eine freie Sexualität und die Ăśkonomische Unabhängigkeit von Frauen. Das Buch erschien 1975 und machte Schwarzer weit Ăźber Westdeutschland hinaus bekannt. Es wurde in zwĂślf Sprachen Ăźbersetzt, zuletzt 2001 auf Koreanisch.cite-ref-11[11] Seitdem gilt sie als die bekannteste und auch umstrittenste PersĂśnlichkeit der neuen deutschen Frauenbewegung.
Zu Schwarzers Bekanntheit hat auch ein unmoderiertes Streitgespräch mit der argentinisch-deutschen Autorin Esther Vilar beigetragen, das der WDR im Februar 1975 ausgestrahlt hatte und das in den Medien ausfĂźhrlich kommentiert wurde. Vilar hatte in ihrem Buch Der dressierte Mann mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrĂźckt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. Das Buch war in feministischen Kreisen sehr umstritten, da es, so die Meinung der Kritiker, sexistische Vorurteile weiterverbreite. Schwarzer erklärte unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und ânicht nur Sexistin, sondern Faschistinâ.cite-ref-12[12]
Das TV-Duell machte Schwarzer schlagartig zu einer Ăśffentlichen Person. âDie Frauen waren fĂźr Alice â die Männer fĂźr Estherâ, schrieb HĂśrZu.cite-ref-13[13] Bild titelte mit der âHexe mit dem stechenden Blick durch die Brilleâcite-ref-14[14]. Hellmuth Karasek im Spiegel: ein âHigh Noon im deutschen Fernsehenâcite-ref-15[15]. In dieser Auseinandersetzung hob Schwarzer nachdrĂźcklich hervor, dass das Ziel des feministischen Kampfes keineswegs eine Angleichung an die männliche Lebensform sei.
âNicht unsere Integrierung ist wĂźnschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter.â
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Alice Schwarzer (1975)
GrĂźndung der Zeitschrift Emma
Im Januar 1977 erschien die erste Ausgabe der von ihr gegrĂźndeten Zeitschrift Emma, deren Verlegerin und Chefredakteurin sie seither war. 1979 fuhr Schwarzer zusammen mit einer Gruppe franzĂśsischer Intellektueller nach Teheran, wenige Wochen nach der Machtergreifung Chomeinis und auf den Hilferuf von Iranerinnen hin, die sich gegen Zwangsverschleierung und Entrechtung wehrten. Schwarzer schrieb darĂźber in einem Artikel in der Emma und der Zeit: âDiese Frauen waren gut genug, ihr Leben im Kampf fĂźr die Freiheit zu riskieren, sie werden nicht gut genug sein, in Freiheit zu leben.âcite-ref-17[17] Seither ist die Gefahr, die von religiĂśsem Fundamentalismus ausgeht, eines ihrer zentralen Themen.
Die Stern -Klage, erste Anti-Sexismus-Klage in der Bundesrepublik
Am 23. Juni 1978 reichte Schwarzer gemeinsam mit neun weiteren Frauen, darunter Margarethe von Trotta, Erika Pluhar und Inge Meysel, âwegen Ehrverletzungâ Klage ein gegen Henri Nannen, den Chefredakteur des Magazins Stern. Sie klagten auf Unterlassung, âdie Klägerinnen dadurch zu beleidigen, dass auf den Titelseiten des Magazins âSternâ Frauen als bloĂes Sexualobjekt dargestellt werden und dadurch beim männlichen Betrachter der Eindruck erweckt wird, der Mann kĂśnne Ăźber die Frau beliebig verfĂźgen und sie beherrschenâ.cite-ref-18[18] Die Klage wurde aus formalen GrĂźnden abgewiesen.cite-ref-19[19] Richter Engelschall wies darauf hin, dass es fĂźr eine solche Sexismus-Klage keine gesetzliche Grundlage gebe, ââin 20, 30 Jahrenâ wĂźrde den Klägerinnen vielleicht rechtgegebenâcite-ref-20[20]. Die Stern-Klage war die erste Anti-Sexismus-Klage in der Bundesrepublik und schlug hohe Wellen in den Medien.cite-ref-21[21]
In den 1990er Jahren
1990 rief Schwarzer den Emma-Journalistinnen-Preis ins Leben. Eine wechselnde unabhängige Jury verlieh bis 2012 alle zwei Jahre unter Schwarzers Vorsitz Preise an Journalisten fĂźr âjournalistisch innovative Artikel, die ein Bewusstsein fĂźr gesellschaftliche Realitäten und die Lage der Geschlechter habenâ. 1992 bis 1993 moderierte Schwarzer die Talkshow Zeil um Zehn des Hessischen Rundfunks. Von 1990 bis 1993 war Schwarzer Teil des Rateteams der Was bin ich?-Nachfolge-Quizsendung Ja oder Nein unter der Leitung von Joachim Fuchsberger.
Seit 1993 erscheint Emma alle zwei Monate. Schwarzer schrieb wieder vermehrt BĂźcher, politische Essays und Biografien. 1993 erschien ihre Fallstudie Ăźber den Tod von Petra Kelly und ihrem Lebensgefährten Gert Bastian als Faction-Prosa. Bastian erschoss die schlafende Kelly und beging anschlieĂend Suizid. Schwarzers Buch Eine tĂśdliche Liebe. Petra Kelly und Gert Bastian war 2001 Vorlage fĂźr die TV-Verfilmung Kelly Bastian â Geschichte einer Hoffnung, fĂźr die sie auch das Drehbuch mitschrieb.cite-ref-22[22] Auch schrieb sie Biografien Ăźber Marion DĂśnhoff und Romy Schneider. Beide BĂźcher wurden Bestseller. Bis 2020 verĂśffentlichte Schwarzer 23 BĂźcher als Autorin und 23 als Herausgeberin.
Nachfolge der Chefredaktion der Emma
Anfang Dezember 2007 gab Schwarzer bekannt, die Chefredaktion von Emma spätestens im FrĂźhjahr 2008 an die Fernsehjournalistin und Kolumnistin Lisa Ortgies Ăźbergeben zu wollen.cite-ref-23[23] Ortgies sollte sechs Monate eingearbeitet werden, schied jedoch nach acht Wochen als Chefredakteurin im Mai 2008 wieder aus.cite-ref-24[24] Während der Spiegel vermutete, Schwarzer habe weiterhin das Tagesgeschäft dominiert und so einen Generationswechsel verhindert,cite-ref-25[25] informierte Emma selbst jedoch, dass die anderen Mitarbeiterinnen Ortgies nicht fĂźr geeignet hielten: âDie Emma-Mitarbeiterinnen bitten Alice Schwarzer um ein Gespräch. Sie legen dar, dass Lisa Ortgies [âŚ] nach diesen ersten konkreten Erfahrungen leider â und ganz und gar Ăźberraschend fĂźr alle â die Falsche zu sein scheint fĂźr die Tätigkeit einer Chefredakteurin.âcite-ref-26[26]
Kooperation mit der Bild -Zeitung
Im Bildband des Axel Springer Verlags 50 Jahre Zeitzeuge â 50 Jahre Axel Springer Verlag von 1996, herausgegeben von Claus Jacobi, ist Schwarzer auf Seite 106 auf der 10-Jahresfeier der Bild der Frau 1993, feiernd zusammen mit deren Chefredakteurin Andrea Zangemeister abgebildet. Mitte 2007 stellte sich Schwarzer fĂźr eine Image-Kampagne der Boulevardzeitung Bild als Werbeträgerin zur VerfĂźgung, nachdem sie dieses Medium in den vorigen Jahrzehnten immer wieder wegen Menschen- und Frauenfeindlichkeit attackiert hatte. Dieser Schwenk und zudem ihre BegrĂźndung der Werbemitwirkung, dass neben Leuten wie Gandhi oder Willy Brandt auch eine lebendige Frau wie sie in der Werbung auftauchen sollte, sorgte in Teilen der Ăffentlichkeit fĂźr Irritationen.cite-ref-27[27]
Schwarzer berichtete von 2010 bis 2011 in der Bild ßber den Kachelmann-Prozess.cite-ref-28[28] Ihre Rolle bei diesem Prozess wurde verschiedentlich scharf kritisiert, ihr wurden mangelnde Professionalität, einseitige Parteinahme und die Vorverurteilung des Angeklagten vorgeworfen. Schwarzer schrieb, dass es fßr sie weniger um die Schuldfrage gehe, sondern vor allem um die einseitige Berichterstattung der Medien zugunsten Kachelmanns.cite-ref-29[29] Diese hätten zum Teil bereits Monate vor Prozessbeginn behauptet, Kachelmann sei unschuldig und das Opfer lßge.cite-ref-30[30] Aufgrund ihrer Berichterstattung kam es zu einer Abmahnung Schwarzers, einer Unterlassungserklärung und einem Vergleich, in dem sich Schwarzer zur Zahlung von 14.000 Euro an Reinhard Birkenstock verpflichtete.cite-ref-31[31]
Im Dezember 2011 wurde eine weitere einstweilige VerfĂźgung gegen Schwarzer erlassen, da sie Kachelmann trotz seines Freispruchs weiterhin beschuldigte.cite-ref-32[32] Kachelmann war im Mai 2011 aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Doch âdie UrteilsbegrĂźndung des Vorsitzenden Richters klang Ăźber weite Strecken wie die BegrĂźndung fĂźr einen Schuldspruchâ,cite-ref-33[33] schrieb Schwarzer. In einem Vortrag Ăźber Sexualgewalt und Recht an der Universität zu KĂśln sagte sie: âIn seiner UrteilsbegrĂźndung [betonte] der Vorsitzende Richter Seidling [âŚ] auch ausfĂźhrlich: Der Verdacht, dass Kachelmann seine damalige Lebensgefährtin vergewaltigt und mit dem Tode bedroht habe, hätte sich leider ânicht verflĂźchtigtâ.âcite-ref-34[34]
Seit 2009
Im Sommersemester 2009 ßbernahm Schwarzer eine Gastprofessur an der Wiener Hochschule fßr angewandte Kunst sowie eine Gastdozentur bei den Publizisten, die Theodor-Herzl-Dozentur. An dieser Hochschule hielt sie im April und Mai Vorträge zu den Themen Pornografie und sexuelle Gewalt, ReligiÜser Fundamentalismus und Frauen und Männer.cite-ref-35[35]
In einem âProminenten-Specialâ bei Wer wird Millionär? im September 2009 gewann Schwarzer 500.000 EUR, die sie an den Berliner Frauenhilfsverein Hatun und Can e. V. spendete. Im Rahmen späterer Nachfragen durch Schwarzer kam der Verdacht auf, dass der Verein Spenden nicht satzungsgemäà verwende. Ihre Recherchen fĂźhrten zu einem Prozess und der Verurteilung des BetrĂźgers Udo D. alias Andreas Becker.cite-ref-36[36]
Im November 2010 attackierte Schwarzer in einem offenen Brief Familienministerin Kristina SchrĂśder.cite-ref-37[37]
Im Wintersemester 2010/2011 ßbernahm Schwarzer als Gastprofessorin die Mercator-Professur an der Universität Duisburg-Essen. Die CDU Nordrhein-Westfalen entsandte Schwarzer zur 15. Bundesversammlung, die Joachim Gauck im Rahmen der Wahl des 11. deutschen Bundespräsidenten am 18. März 2012 fßr das Amt bestimmte.cite-ref-38[38]
Privates
Im September 2011 erschien Schwarzers Autobiografie unter dem Titel Lebenslauf.cite-ref-39[39] Darin schrieb sie erstmals Ăźber ihre Partnerschaften, so etwa mit dem Franzosen Bruno, mit dem sie zehn Jahre zusammen war.cite-ref-40[40] âDoch eine Lebensbeziehung wie die mit Bruno gehe ich erst elf Jahre später wieder ein. Diesmal mit einer Frau. ⌠Wir sind ein offenes Paar, aber kein Ăśffentliches. Und so wird es bleiben.âcite-ref-41[41] Im Juni 2018 heiratete sie die Fotografin Bettina Flitner, die seit Jahren fĂźr die Zeitschrift Emma gearbeitet hatte.cite-ref-42[42]
Steuerhinterziehung
Schwarzer hinterzog seit den 1980er Jahren Steuern, die sie auf die Kapitalerträge aus einem Schweizer Konto hätte zahlen mßssen. Der Vorgang wurde Üffentlich bekannt, als Der Spiegel Anfang Februar 2014 ßber eine steuerrechtliche Selbstanzeige Schwarzers berichtete, die sie 2013 erstattet hatte.cite-ref-spiegel2014-43-0[43] Fßr die zurßckliegenden zehn Jahre zahlte Schwarzer nun insgesamt rund 200.000 Euro Steuern nach.cite-ref-44[44] Am 8. Februar 2014 wurde bekannt, dass die zuständige Staatsanwaltschaft ermittele.cite-ref-45[45] Fßr Zeiträume, bei denen die Festsetzungsfrist von zehn Jahren abgelaufen war, war die Festsetzung der Steuer von Amts wegen unzulässig (Festsetzungsverjährung). Schwarzer war daher nicht verpflichtet, diese Steuern noch nachzuzahlen.
Die VerĂśffentlichung durch den Spiegel am 2. Februar 2014 kritisierte Schwarzer als âillegalâ und vermutete, dass es sich um âkeinen Zufallâ handele.cite-ref-46[46] In Emma erschien unter der Ăberschrift In eigener Sache eine Selbstverteidigung, in der Schwarzer den Eindruck weckte, dass die Berichterstattung gegen sie mit der âvon Emma angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite gehtâ zusammenhänge. Von Stefanie Lohaus wurde sie deswegen in Zeit Online kritisiert.cite-ref-47[47] Ulrike Herrmann schrieb in der taz unter der Ăberschrift Schmerzhaft peinlich, mit ihrer BegrĂźndung, sie habe ihr Geld vorsorglich Ăźber die Grenze geschafft, da die âHatzâ gegen sie damals âsolche AusmaĂeâ angenommen habe, dass sie âernsthaftâ gedacht habe, sie mĂźsse ins Ausland gehen, habe Schwarzer sich âals politisch Verfolgteâ inszeniert und sich âimplizit mit den Opfern im Dritten Reichâ verglichen.cite-ref-48[48]
Anfang Juni 2014 wurde bekannt, dass das Ermittlungsverfahren andauere und DurchsuchungsmaĂnahmen stattgefunden hätten.cite-ref-49[49] Im Juli 2016 wurde ein Strafbefehl gegen Schwarzer ausgestellt, da sich die von ihr gestellte Selbstanzeige als fehlerhaft erwiesen hatte. Daraufhin musste Schwarzer eine Strafzahlung im sechsstelligen Bereich leisten.cite-ref-50[50]
Am 3. Februar 2014 kĂźndigte Schwarzer die GrĂźndung einer gemeinnĂźtzigen âStiftung fĂźr Chancengleichheit und Menschenrechte von Mädchen und Frauenâ mit einer Million Euro Stiftungskapital an. âVor dem Hintergrund der aktuellen Debatteâ habe sie sich entschlossen, âmit der AnkĂźndigung der Stiftung nun mehrere Monate frĂźher als geplant an die Ăffentlichkeit zu gehenâ.cite-ref-51[51] SchlieĂlich grĂźndete Schwarzer am 27. April 2018 in Berlin die âAlice Schwarzer Stiftungâ fĂźr Menschenrechte, Selbstbestimmung und Chancengleichheit fĂźr Mädchen und Frauen.
Rechtsstreit um Buch von Waltraud Schade
Im September 2015 lieà Alice Schwarzer ihre Anwälte gegen eine frßhere Freundin aus den Jahren 1971/72, Waltraud Schade, und den Verlag rot & licht vorgehen, um die VerÜffentlichung des autobiografischen Buchs Tango mit Alice zu untersagen. Der Verlag erhob eine Klage vor dem Landgericht KÜln.cite-ref-rotundlicht-52-0[52] Die Parteien einigten sich auf Unterlassung.
Im August 2016 erreichte Schwarzer mit einer einstweiligen Verfßgung des Landgerichts KÜln einen vorläufigen Verkaufsstopp der ßberarbeiteten Ausgabe, Schwarzer Tango: Erinnerungen an Alice Schwarzer. Der Verlag legte Widerspruch gegen die Verfßgung ein,cite-ref-rotundlicht-52-1[52] der abgewiesen wurde.cite-ref-53[53]
Politische Positionen
Anknßpfend an Simone de Beauvoirs Definition der Geschlechtsidentitäten vertritt Schwarzer den sogenannten Gleichheitsfeminismus oder sozialen Feminismus, deren Anhänger die soziale Konstruktion von Geschlechtsunterschieden und ihre materiellen Folgen als Ursache der Unterdrßckung hervorheben.
Recht auf Schwangerschaftsabbruch
Das Recht auf straffreien Abbruch ungewollter Schwangerschaften war Anfang der 1970er Jahre Schwarzers Hauptziel. Sie initiierte viele Aktionen und Publikationen gegen den § 218 StGB in seiner damaligen Form. In der 1971 von Schwarzer initiierten Aktion Wir haben abgetrieben! der Zeitschrift Stern solidarisierten sich prominente Frauen (unter anderem Romy Schneider, Sabine Sinjen und Liz Verhoeven), die sich dazu bekannten, abgetrieben zu haben.cite-ref-54[54] Im Jahr 2005 räumte Schwarzer ein, dass sie und einige andere Teilnehmerinnen der Aktion gar nicht abgetrieben hatten.cite-ref-55[55] Sie sagte: âEs handelte sich bei der Aktion nicht um ein persĂśnliches Geständnis, sondern um eine politische Provokation.â
Schwarzer hatte maĂgeblichen Anteil an der breiten Ăśffentlichen Debatte zum Thema âRecht auf Schwangerschaftsabbruchâ. Der Slogan der dieses Recht einfordernden Frauen lautete: âMein Bauch gehĂśrt mirâ. Insbesondere thematisierten Schwarzer und andere die DemĂźtigung und EntmĂźndigung sowie die kĂśrperlichen Gefahren fĂźr Frauen, die verbotene SchwangerschaftsabbrĂźche vornehmen lieĂen.
Sexualität und âZwangsheterosexualitätâ
Eines der zentralen Themen von Schwarzer ist seit 1975 die Sexualität, genauer: die Funktion von Sexualität bei der Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit. In ihrem Buch Der kleine Unterschied und seine groĂen Folgen (1975) analysiert Schwarzer die Sexualität als âAngelpunkt der Frauenfrage. Sexualität ist zugleich Spiegel und Instrument der UnterdrĂźckung der Frauen in allen Lebensbereichen. Hier fallen die WĂźrfel. Hier liegen Unterwerfung, Schuldbewusstsein und Männerfixierung von Frauen verankert. Hier steht das Fundament der männlichen Macht und der weiblichen Ohnmacht.âcite-ref-56[56] Sie plädiert fĂźr eine âfreie Sexualitätâ, das Primat der âZwangsheterosexualitätâ ist fĂźr sie kulturell bedingt. In dem 1984 erschienenen Emma-Sonderband Sexualitätcite-ref-57[57] schrieb Schwarzer ihre Thesen vom âKleinen Unterschiedâ fort. Sie wiederholte ihre Ansicht, dass Erotik traditionell fĂźr Männer mit Macht besetzt sei und fĂźr Frauen mit Ohnmacht.
In Der GroĂe Unterschied (2000, Kiepenheuer & Witsch) widmete Schwarzer dem âMythos Sexualitätâ ein ganzes Kapitel. Sie schrieb, dass Frauen im Zuge ihrer allgemeinen Emanzipation auch sexuell selbstbewusster geworden seien und die Sexualität zwischen Frauen und Männern gleichberechtigter. Aber: âGleichzeitig ist die An- bzw. Aberkennung des sexuellen Wertes einer Frau weiterhin die grĂśĂte Trumpfkarte in der Hand der Männer. Eine Frau, die als Gefährtin unbequem wird oder als Kollegin bedrohlich, kann immer noch von jedem Mann jederzeit als 'nicht begehrenswert' deklassiert werden.âcite-ref-58[58]
Ăber eine âneue sexuelle Verunsicherungâ der Männer schrieb sie: âDie Frauen von heute erwarten auch in der Sexualität ein ganzheitliches Interesse an ihrer Person und eine umfassende Erotik, den Blick in Ausschnitt und Seele. Und die Männer von heute? Die sind verunsichert. Und reagieren sauer. Nur jeder fĂźnfte Mann findet Emanzipation scharf, fand das Berliner Institut fĂźr Männerarbeit heraus. Die Ăźbrigen reagieren mit 'Lustlosigkeit, vorzeitigem Samenerguss, Erektionsproblemen oder Impotenz'. Seelischer Impotenz, wohlgemerkt.âcite-ref-59[59] Gleichzeitig aber steige laut einer Studie zur Jugendsexualität des Hamburger Sozialforschungsinstituts die Anzahl der Männer, âdie ein gleichberechtigtes und liebevolles Verhältnis zu Frauen suchen (âŚ) 1990 waren das bereits 71 Prozentâ.cite-ref-60[60]
Im März 1977 war Schwarzer die Erste, die in Emma das Verbrechen der GenitalverstĂźmmelung in manchen Kulturen Ăśffentlich machte.cite-ref-61[61] Schwarzer sprach sich aus hygienischen GrĂźnden aber fĂźr die Beschneidung von Männern aus; die Verletzung der kĂśrperlichen Unversehrtheit des Kindes sei demgegenĂźber âsehr geringâ.cite-ref-62[62]
Finanzielle Unabhängigkeit der Frauen
Ein weiteres Ziel der Arbeit Schwarzers und anderer Feministinnen und deren Unterstßtzer wurde 1976 durch das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts verwirklicht. Dieses Gesetz beinhaltet unter anderem, dass verheiratete Frauen ihren Ehemann nicht mehr um Genehmigung bitten mßssen, wenn sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, und dass das bis dahin im Fall einer Scheidung geltende Schuldprinzip vom Zerrßttungsprinzip abgelÜst wurde, so dass geschiedene Frauen nun unabhängig von ihrem Verhalten während der Ehe Unterhaltsansprßche gegen ihre Ex-Ehemänner haben.
Schwarzer sagte 1995 Ăźber diese Gesetzesreform in einem Interview: âWir hatten unser Ziel, Frauen finanzielle Unabhängigkeit zu ermĂśglichen, politisch durchgesetzt. Frauen waren nun nicht länger nur fĂźr den Haushalt zuständig. Männer waren nicht mehr die alleinigen Verdiener in der Familie. Endlich war der Skandal beseitigt, daĂ Frauen nur dann berufstätig sein durften, wenn sie ihre Familienpflichten nicht vernachlässigten oder wenn sie berufstätig sein muĂten, weil die EinkĂźnfte des Mannes nicht ausreichten. Jetzt waren endlich beide berechtigt, berufstätig zu sein. Das Recht auf Berufstätigkeit erĂśffnete den Frauen die MĂśglichkeit, finanziell unabhängig zu werden. Dieses Recht war die Grundvoraussetzung vĂślliger Ăśkonomischer Unabhängigkeit.âcite-ref-63[63]
Schwarzer kritisierte um 1995 an dieser Familienrechtsreform, damit sei zwar das Leitbild der âHausfraueneheâ aufgegeben worden,cite-ref-64[64] aber gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen verhinderten weiterhin eine wirkliche Chancengleichheit von Männern und Frauen. Die Aufhebung der traditionellen Rollenverteilung war âschwerer durchzusetzenâ, so Schwarzer.cite-ref-65[65]
Gegnerschaft zum Islamismus
Schwarzer lehnt das Tragen des islamischen Kopftuchs (Hijab) in Ăśffentlichen Institutionen, etwa im Schulunterricht, in Demokratien ab (siehe auch: Kopftuchstreit). Sie bezeichnet es als die âFlagge der islamistischen KreuzzĂźglerâ,cite-ref-66[66] der âFaschisten des 21. Jahrhundertsâ.cite-ref-67[67] Im Unterschied zu anderen religiĂśsen Symbolen, beispielsweise dem christlichen Kreuz, stigmatisiere das islamische Kopftuch Frauen, teils unter Zwang, behindere die kĂśrperliche Bewegungsfreiheit und sei kein religiĂśses, sondern ein politisches Symbol.cite-ref-68[68]
Auf Berichte Ăźber eine Frankfurter Richterin, die 2007 in einer mediales Aufsehen erregenden EntscheidungsbegrĂźndung geschrieben hatte, die von einer Deutschen marokkanischer Herkunft durch ihren in Marokko aufgewachsenen Ehemann erlittene häusliche Gewalt sei kein Härtefall, da es in ihrem Kulturkreis ânicht unĂźblichâ sei, âdass der Mann gegenĂźber der Frau ein ZĂźchtigungsrecht ausĂźbtâ, und die Frau damit bei EheschlieĂung rechnen musste,cite-ref-69[69] meinte Schwarzer, dass diese Haltung âbei weitem kein Einzelfallâ sei.cite-ref-70[70] Sie fĂźrchte eine Aufweichung des deutschen Rechtssystems und habe den Eindruck, dass gerade im Bereich der Justiz eine falsche Toleranz grassiere.cite-ref-71[71]
2010 verĂśffentlichte Schwarzer, ebenfalls als Herausgeberin, Die groĂe Verschleierung â fĂźr Integration, gegen Islamismus. Islamwissenschaftler und Journalisten dokumentieren darin den Einzug des fundamentalistischen Islam in Europa, muslimischstämmige Autorinnen bestehen auf denselben Menschenrechten (âEs gibt nur eine Zivilisationâ, die Algerierin Messaoudi) und Ex-Konvertitinnen berichten aus dem Inneren des Islamismus. Im gleichen Jahr erschien Sarrazins Buch âDeutschland schafft sich abâ, Ăźber das Schwarzer später sagte: âDer Ăkonom, dessen provokantes Buch den letzten Funken in das Pulverfass Integration geworfen hat, benennt zwar trefflich die Folgen einer verfehlten Integrationspolitik, verkennt jedoch deren Ursachen. Denn nicht âder Islamâ ist das Problem, sondern der Islamismus, der politisierte Islam. Nicht âdie Muslimeâ sind Anhänger eines Gottesstaates, sondern die Islamisten. Und die Ursache von RĂźckständigkeit ist nicht in den Genen zu suchen, sondern in den Verhältnissen.âcite-ref-72[72]
Anlässlich des 80. Geburtstages von Papst Benedikt XVI. gratulierte sie diesem. Sie sagte, sie habe mit groĂem Interesse festgestellt, dass er nicht gezĂśgert habe, sich kritisch zum âpolitisierten Islamâ zu äuĂern. NatĂźrlich sei sie mit der rĂśmisch-katholischen Kirche und ihrem Verhältnis zur Stellung der Frau nicht einverstanden. Sie habe aber die Hoffnung, dass dieser Papst sich etwas mehr als seine Vorgänger vor allem dem Problem der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Frauen stelle.cite-ref-73[73]
âDreiĂig Jahre lang gefiel sich der Westen in der AttitĂźde einer falschen Toleranz, die keineswegs alarmiert war von der Entrechtung der Frauen und auch nicht unterschied zwischen Muslimen und Islamisten. Er setzte der Agitation in den Multikultivierteln nichts Positives entgegen, sondern sah weg. Wir sahen weg. [âŚ] die ersten Opfer dieser falschen Toleranz waren ja nicht wir, sondern es war die von den Fanatikern eingeschĂźchterte Mehrheit der (noch) nicht fundamentalistischen Musliminnen und Muslime. [âŚ] Bildung und Gleichberechtigung der Mädchen und Frauen im muslimischen Kulturkreis [wären] die effektivste Waffe gegen die Gottesstaatler, zumindest langfristig. Doch auch und gerade die Musliminnen haben wir im Stich gelassen, indem wir lieber Ăźber das Recht aufs Kopftuch debattieren als Ăźber die Menschenrechte fĂźr Frauen. Stattdessen sollte die westliche Politik in den bedrohten Ländern besser endlich zu mehr Bildung und Frauenrechten beitragen. Was durchaus mĂśglich wäre â wenn wir nur wollten.â
Die Pegida-Demonstrationen versteht Schwarzer in ihren Anfängen auch als das âberechtigte Unbehagenâ gegen den islamischen Faschismus. Sie schrieb 2015: âSollte die Politik das Unbehagen dieser Ăźberwältigenden Mehrheit nicht ernst nehmen, statt es weiterhin zu ignorieren, abzustrafen, ja zu dämonisieren? [âŚ] Es ist ein Unbehagen an der offensiven islamistischen Agitation, der Propagierung der Scharia. Es ist das berechtigte Unbehagen an dieser neuen Form des Faschismus.âcite-ref-taz15-75-0[75]
Im Januar 2016 brachte Schwarzer die kontrovers diskutierten sexuellen Ăbergriffe in KĂśln in der Silvesternacht 2015/16 in Verbindung mit der Politisierung des Islam. In der Talkshow Markus Lanz sagte sie etwa: âFeind Nummer eins fĂźr die Islamisten ist die Emanzipation der Frau. [âŚ] Wir mĂźssen uns die Frage stellen, ob zu den SprenggĂźrtlern und Kalaschnikows jetzt vielleicht eine systematische Strategie der sexuellen Gewalt kommt.â Ihre ĂuĂerung wurde vom ebenfalls teilnehmenden Philosophen Richard David Precht als âVerschwĂśrungstheorieâ verurteilt; von den Hunderttausend FlĂźchtlingen, die 2015 nach Deutschland kamen, wären ânoch nicht einmal ein Promille an Silvester straffällig gewordenâ.cite-ref-angst-talk-76-0[76] In der taz kritisierte Daniel Bax sie als âRechtsfeministinâ, welche dasselbe Angstszenario wie Rechtspopulisten an die Wand male.cite-ref-77[77]
Im Mai 2016 verĂśffentlichte Schwarzer die Anthologie Der Schock â die Silvesternacht von KĂśln.cite-ref-78[78] Es ist ihr drittes Buch als Herausgeberin zu dem Thema politischer Islam/Islamismus. Silvester 2015 hatten Ăźber 2000 junge Männer, Ăźberwiegend muslimischer Herkunft, auf dem Bahnhofsvorplatz von KĂśln Randale gemacht und Frauen angegriffen. 627 Frauen erstatteten danach Anzeige wegen sexueller Ăbergriffe, bis hin zur Vergewaltigung. FĂźr Schwarzer war dieser âschwarmartigeâ Auftritt kein Zufall, sondern eine politische Machtdemonstration. Frauen sollten, so Schwarzer, wie zum Beispiel auch in Kairo, âAngst bekommen und aus dem Ăśffentlichen Raum vertrieben werdenâ.cite-ref-79[79] Die Hälfte der Autoren im âSchockâ sind Muslime, darunter der algerische Schriftsteller Kamel Daoud, die Schwarzers Analyse der Vorkommnisse teilen. Von Anne Wizorek, einer Initiatorin von #aufschrei, wurde Alice Schwarzer vorgeworfen, es sei ârassistisch, so zu tun, als seien nur Männer mit Migrationshintergrund Täterâ. Die Vorkommnisse wĂźrden von vielen instrumentalisiert, wichtig sei jedoch eine âdifferenzierte Debatte Ăźber sexualisierte Gewaltâ.cite-ref-80[80]
2018 verĂśffentlichte Schwarzer eine essayistische Reportage Ăźber Meine algerische Familie.cite-ref-81[81] Sie zeigt darin anhand einer GroĂfamilie in Algier, mit der sie seit Anfang der 1990er Jahre befreundet ist und die sie Ăźber die Jahre immer wieder besucht hat, die Folgen des islamistischen Terrors in einem muslimischen Land auf. Ăber 200.000 Algerier wurden in den 1990er Jahren in dem von den âGotteskriegernâ angezettelten BĂźrgerkrieg ermordet. Auch Mitglieder der Familie waren betroffen. âDer Westen hat weggegucktâ, sagte Schwarzer im Deutschlandfunk.cite-ref-82[82] Ihr Anliegen ist, zu zeigen, dass die ânormalen Muslimeâ, gläubig oder nicht, die ersten Opfer der fanatisierten Islamisten seien und Nicht-Muslime diesen Muslimen Solidarität schuldeten. Das Buch erschien auch in Frankreich.
Verbot von Pornografie
Nach Alice Schwarzer ist Pornografie erkennbar an der VerknĂźpfung von sexueller Lust mit Erniedrigung und Gewalt. Pornografie sei das Gegenteil von Erotik, bei der es keine Hierarchie gebe, nichts festgelegt sei, sondern alles offen.cite-ref-83[83]
Die Auseinandersetzung mit Pornografie ist seit Mitte der 1970er-Jahre ein zentrales feministisches Thema. Eine erste Aktion gegen Pornografie initiierte Schwarzer zusammen mit neun weiteren Frauen (darunter Inge Meysel, Erika Pluhar und Margarethe von Trotta) mit ihrer âSexismus-Klageâ 1978 einen medienwirksamen Prozess gegen den Stern. Die Klage wurde abgewiesen.cite-ref-84[84]
1987 machte Schwarzer einen zweiten VorstoĂ gegen Pornografie mit ihrer PorNO-Kampagne. Sie verĂśffentlichte gleichzeitig im Emma-Verlag Andrea Dworkins Pornografie â Männer beherrschen Frauen. Schwarzer verĂśffentlichte in Zusammenarbeit mit der späteren Justizsenatorin von Hamburg und Berlin, Lore Maria Peschel-Gutzeit (SPD), auch einen Gesetzentwurf gegen Pornografie, der das bisher geltende Strafgesetz ablĂśsen sollte. Der Entwurf wurde nicht umgesetzt.cite-ref-85[85]
Prozess um Bilder von Helmut Newton
Im November 1993 warf Schwarzer dem Fotografen Helmut Newton in der Emma vor, seine Fotos seien nicht nur sexistisch und rassistisch, sondern auch faschistoid. Als Beleg druckte sie 19 seiner Bilder ohne Genehmigung ab. Der deutsche Verlag Schirmer/Mosel klagte mit Billigung von Helmut Newton wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung gegen den Emma-Verlag.cite-ref-86[86] Das Landgericht MĂźnchen erkannte die âWissenschaftlichkeitâ von Schwarzers Text an, verurteilte die Emma Frauenverlags GmbH jedoch zur Zahlung von Schadenersatz wegen der Fotozitate. Zwar seien diese in politischen Auseinandersetzungen erlaubt, doch Emma habe das dafĂźr nĂśtige MaĂ mit 19 Bildern Ăźberschritten.cite-ref-87[87]
Frauen als Täterinnen
Die Form der Gewalt durch Frauen sieht Schwarzer mit Schwerpunkt im psychischen Bereich.
âSind Frauen die besseren Menschen? Nicht unbedingt. Sie sind nur ohnmächtig, und deshalb nimmt ihre Gewalt Ăźber andere meist psychologische Formen an.â
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Alice Schwarzer
:
Emma 1978
âDen Frauen wurde der Part von Menschlichkeit und MitgefĂźhl zugewiesen, Macht und Gewalt waren lange tabu fĂźr sie. (Darum wurden sie auch zu Spezialistinnen der verdeckten, psychischen Gewalt.)â
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Alice Schwarzer, 2007
Sie bezeichnete den nationalsozialistischen Staat als âMännerstaatâ, wies aber darauf hin, dass das Frausein nicht vor Täterschaft schĂźtzte. In einem Kommentar zum Majdanek-Prozess kritisierte sie dessen geringe Rezeption in der damaligen westdeutschen Medienwelt und fĂźhrte zur Rolle der Angeklagten Hildegard Lächert und Hermine Braunsteiner-Ryan aus:
âDas alles ist mĂśglich, wenn Menschen sich Ăźber Menschen erheben; wenn Ideologie und Macht ihnen die VerfĂźgungsgewalt geben, bis hin zur Entscheidung Ăźber Leben und Tod. Das ist der Grundgedanke des Faschismus, lebendig zwischen Herren und Sklaven, Mächtigen und Ohnmächtigen, Männern und Frauen. Wobei wir nicht die Augen davor verschlieĂen dĂźrfen, dass in einem Männerstaat wie dem 3. Reich das Frausein nicht vor dem Schuldigwerden schĂźtzte. Die Angeklagten Hermine Ryan (âdie Stuteâ) und Hildegard Lächert (die âblutige Brigydaâ) sind schmerzliche Beweise. ⌠Solange noch Opfer leben, kann es keine Milde fĂźr diese Henker geben.â
â
Alice Schwarzer, 1. Januar 1979
1994 begrĂźĂte Schwarzer die Tat der US-Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann John den Penis abgetrennt hatte, nachdem dieser sie angeblich betrogen, zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen und im Laufe der Ehe mehrmals vergewaltigt hatte.cite-ref-91[91] Lorena Bobbitt entging einer Verurteilung wegen der Annahme geistiger Unzurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt durch die Geschworenen. John Bobbitt wurde noch mehrmals sexueller Missbrauch vorgeworfen, aus Mangel an Beweisen wurde er jedoch vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen.
âSie hat ihren Mann entwaffnet. [âŚ] Eine hat es getan. Jetzt kĂśnnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist fĂźr Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurĂźckgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines KĂźchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. [âŚ] Es bleibt den Opfern gar nichts anderes Ăźbrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurĂźckschlägt. Endlich!â
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Alice Schwarzer
:
Emma 1994
2004 suggerierte Schwarzer in einem Gastbeitrag fĂźr die FAZ, die Darstellung von Frauen, insbesondere Lynndie Englands und Sabrina Harmans, als Täterinnen im Folterskandal um Abu Ghuraib sei âkein Zufallâ. Eigentlich Verantwortliche fĂźr die Taten seien Männer, Frauen seien ânoch zu schwachâ, um âtriumphale Täterâ zu werden.cite-ref-93[93]
Sadomasochismus
Mit ihrer These vom strukturellen weiblichen Masochismus, also der subjektiven Erotisierung der objektiven UnterdrĂźckung, steht Schwarzer in der Tradition von Feministinnen wie Kate Millett und Psychoanalytikerinnen wie Margarete Mitscherlich. Entsprechend ist fĂźr sie die Sexualität nie nur âPrivatsacheâ, sondern immer auch âSpiegel objektiver Machtverhältnisseâ.
Als Emma-Herausgeberin hat Schwarzer das Heft sehr frĂźh fĂźr die Debatte um Sadomasochismus, insbesondere den von Lesben propagierten Sadomasochismus benutzt. In der Ausgabe von September 1977 berichtete Emma Ăźber das Buch von Nancy Friday Ăźber âDie sexuellen Phantasien der Frauenâ und analysierte die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich den Unterschied zwischen masochistischen Phantasien und sadomasochistischer Realität. Im November 1981 titelte Emma mit den Thesen der US-Amerikanerin Pat Califia und gab der Debatte Ăźber Sadomasochismus allgemein und BDSM unter Lesben im Besonderen Raum. Die sexpositiven Feministinnen bzw. sadomasochistischen, feministischen Lesben-Gruppen wie Samois wurden von Schwarzer hingegen nicht thematisiert.
Zitate zum Thema Sadomasochismus aus dem Jahr 1991: âDie Propagierung des weiblichen Masochismus durch Männer ist ein Angriff, durch Frauen ist es Kollaboration mit dem Feind.âcite-ref-94[94]
âNicht zufällig kam die Sado-Maso-Mode nach Aufbruch der Frauenbewegung gegen Ende der 70er auf. Sie drang dank Fernsehen und Videos auch bis ins letzte Eigenheim von Hintertupfingen. Jetzt dĂźrfen, ja sollen, alle Männer Sadisten sein und alle Frauen Masochistinnen.â Aus Der groĂe Unterschied (2000)
âAufschlussreich ist auch die Tatsache, dass die Fetische des sexuellen Sadomasochismus oft den Folterkellern der Diktaturen entliehen sind und gerade in Deutschland die Reminiszenz an die Naziästhetik bei Lack, Leder und Ketten unĂźbersehbar ist.â
Den Roman der Britin E.L. James Shades of Grey Ăźber eine sadomasochistische Beziehung hingegen verteidigt Schwarzer gegen den Pornografie-Vorwurf. âEine Frau schreibt Ăźber männlichen Sadismus â denn der ist das eigentliche Thema! â und Ăźber ihre weiblichen Fantasien. Das ist eher emanzipiert.â Die Heldin unterwerfe sich dem Mann letztendlich eben nicht. Und das mache die Faszination fĂźr die Millionen Leserinnen aus, so Schwarzer. âDas Spiel mit dem Feuer, das sie selber lĂśschen kĂśnnen.âcite-ref-95[95]
Prostitution
â
Hauptartikel
:
Appell gegen Prostitution
Schwarzer kämpft seit 1980 gegen die Akzeptanz der Prostitution und fĂźr die Solidarität mit den weiblichen Prostituierten. In einem Vorwort zu dem Buch Das verkaufte Geschlecht von Kate Millett schreibt sie: âDie Prostituierte ist eine SchlĂźsselfigur dessen, was so abwiegelnd âFrauenfrageâ genannt wird; und der Kampf gegen die Prostitution â der nur auf den ersten Blick paradoxerweise gleichzeitig ein Kampf fĂźr die Prostituierten ist â ist Hauptschlachtfeld des Frauenkampfes.â Und: âMänner gehen zu Prostituierten, weil sie bei ihnen etwas suchen, was sie bei der Nicht-Prostituierten in dieser Konzentration nicht bekommen: die totale VerfĂźgbarkeit und das totale GefĂźhl der Macht.âcite-ref-96[96]
Im November 2013 gab Schwarzer im Zusammenhang der Emma-Kampagne Appell gegen Prostitution das Buch Prostitution â Ein deutscher Skandal heraus, eine Sammlung von Texten, die grĂśĂtenteils schon zuvor in der Emma verĂśffentlicht worden waren. Darin vertritt Schwarzer die gesellschaftliche Ăchtung und ein ZurĂźckdrängen der Prostitution auch mit rechtlichen Mitteln. Das 2002 unter Rot-GrĂźn in Kraft getretene Prostitutionsgesetz bezeichnete sie als âSkandalâ, es habe Menschenhändlern TĂźr und Tor geĂśffnet. In einem Interview zum Buch sagte sie: âKein aufgeklärter, demokratischer Staat wĂźrde die Sklaverei noch dulden, verharmlosen oder gar propagieren â wie es Deutschland heute mit der Prostitution tut.âcite-ref-97[97] Wie schon in frĂźheren ĂuĂerungencite-ref-98[98] bezeichnete sie die Freiwilligkeit als Mythos. Mindestens 90 Prozent der Prostituierten seien Armuts- und Zwangsprostituierte, die aussteigen wollten, aber oft nicht kĂśnnten, und hinter der behaupteten Freiwilligkeit verberge sich nicht selten das Motiv der SelbstzerstĂśrung.cite-ref-99[99] Der Appell gegen Prostitution spricht sich gegen die âDeregulierungâ der Prostitution in Deutschland sowie fĂźr eine Bestrafung der Freier und härtere Strafen fĂźr Menschenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber aus.
Russisch-Ukrainischer Krieg
Schwarzer war Mit-Initiatorin des von der Emma verĂśffentlichten Offenen Briefs an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem Weltkrieg im Kontext des russischen Ăberfalls auf die Ukraine unter anderem gegen die Lieferung weiterer schwerer Waffen an die Ukraine aussprach.cite-ref-100[100] Auf einer Mai-Kundgebung in DĂźsseldorf konterte Scholz Kritik aus dem offenen Brief mit den Worten: Von Kiew zu fordern, sich ohne Waffen zu verteidigen, sei âaus der Zeit gefallen.âcite-ref-101[101] Schwarzers bei Maischberger vertretene Ansicht, der Ukraine-Krieg sei ânatĂźrlich auch ein Stellvertreterkrieg zwischen Amerika und Russlandâ, stieĂ auf scharfen Widerspruch sowohl in der Sendung â durch den ARD-Korrespondenten Vassili Golod â als auch in den Medien.cite-ref-102[102]cite-ref-103[103]
Im Februar 2023 verfasste sie mit Sahra Wagenknecht ein Manifest fĂźr Frieden, in dem sie vor einer Eskalation des Ukraine-Kriegs warnten und Bundeskanzler Olaf Scholz aufforderten, âdie Eskalation der Waffenlieferungen zu stoppenâ und zu Verhandlungen aufforderten âmit dem Ziel, weitere Hunderttausende Tote und Schlimmeres zu verhindernâ. Der Aufruf und die darin angekĂźndigte Kundgebung Aufstand fĂźr Frieden, auf der Schwarzer sprach, wurden in der Ăffentlichkeit kontrovers diskutiert.cite-ref-104[104]
Kritik am internationalen Frauentag
Schwarzer forderte 2021 die Abschaffung des internationalen Frauentages am 8. März, den sie als âsozialistische Erfindungâ und âsymbolische Schmeicheleiâcite-ref-105[105] bezeichnete. Sie fĂźhrte diesen Gedenktag auf einen Streik von Textilarbeiterinnen zurĂźck, der historisch aber nicht belegt ist.
Transidentität, intersektioneller Feminismus und Transaktivismus
Siehe auch
:
Emma (Zeitschrift)#Transgeschlechtlichkeit
In einem Artikel vom Dezember 2019 formulierte Schwarzer die âBefreiung von der Geschlechterrolle â und die Befreiung der Sexualitätâ als Ziel des Feminismus. Der angestrebten Abschaffung der Geschlechterrollen âFrauenâ und âMännerâ stehe eine Aufspaltung und Vervielfachung in zahlreiche neue Identitäten entgegen, die vom intersektionellen Feminismus vertreten werde. Inzwischen seien diese âsektiererischen Absurditäten einer Minderheitâ Mainstream geworden. Während sie Ăźber Jahrzehnte in Emma Transsexuelle zu Wort kommen lieĂ, um Verständnis zu schaffen ginge es heute um âPropagandaâ, die sich auffordernd an alle Menschen richte: Statt aus den traditionellen Geschlechterrollen auszubrechen, werde propagiert, den KĂśrper der gewĂźnschten Rolle anzupassen. Dies kĂśnne âunsichere Mädchen darin bestärken, ihren KĂśrper abzulehnen oder gar zu verstĂźmmelnâ. Bei âechtenâ Transsexuellen sei â[d]ie Seele (âŚ) stärker als der KĂśrperâ und nur durch Anpassung des letzteren kĂśnne der innere Konflikt geheilt werden. Sie geht daher auch von einer Minderheit âechterâ transsexueller Menschen aus.cite-ref-106[106]cite-ref-107[107] FĂźr ihre Haltungen wurde Schwarzer kritisiert und als âtransexkludierende radikale Feministinâ (TERF) bezeichnet.cite-ref-108[108]cite-ref-109[109]
Rezeption
Feministische Gegenpositionen
Schwarzers Annahme von Bundesverdienstkreuzen (am Bande 1996; Erster Klasse 2005) lĂśste bei manchen Linken und Feministen Unverständnis aus, da diese darin eine Anbiederung an die âMännergesellschaftâ und deren Rituale sahen, was ihnen als ein Verrat feministischer Ideale und Ziele galt. Auch in einigen Leserinnenzuschriften in der Emma und in AbonnementskĂźndigungen wurde dies kritisiert.
Schwarzer missbilligt unfreiwilliges Geoutet-Werden, wie zum Beispiel 1991 durch Rosa von Praunheim. Als sie 1998 in Bascha Mikas Kritischer Biografie (siehe #Literatur) als bisexuell beschrieben wurde, lehnte sie jeglichen Kommentar mit dem Hinweis auf ihre Privat- und Intimsphäre ab. Ein FAZ-Artikel schrieb 2010, sie zeige sich in KÜln Üffentlich mit ihrer Partnerin.cite-ref-110[110]
Ăzlem Topçu stellte 2010 fest, dass Schwarzer âeine neue Generation islamischer Feministinnenâ ignoriere, weil diese, wenn kopftuchtragend, nicht ihrem Bild entsprächen â obwohl sie âmĂśgliche BĂźndnispartnerinnenâ sein kĂśnnten, muslimische Mädchen in ihrer Entwicklung zu selbstbestimmten Frauen zu unterstĂźtzen. Dass Frauen fĂźr ihr Recht auf das Kopftuch auch Gerichte anriefen, sei âin der Schwarzerschen Lesart kein staatsbĂźrgerschaftliches Recht, sondern eine Provokation des Rechtsstaats.â Sie selbst zeichne ein âBild vom selbstgerechten Wir und vom minderen Ihrâ.cite-ref-111[111]
Im August 2011 kritisierte Charlotte Roche, die sich als Emma-Abonnentin geoutet hatte,cite-ref-112[112] anlässlich eines Interviews von der Emma âvereinnahmtâ worden zu sein. Einige Standpunkte des klassischen 1970er-Jahre-Feminismus â wie etwa die Ablehnung von Pornografie â hält Roche fĂźr Ăźberholt und vertritt einen sex-positiven Feminismus.cite-ref-113[113]
2012 forderte die Autorin Miriam Gebhardt in ihrem Buch Alice im Niemandsland. Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor eine Abkehr vom âSchwarzer-Feminismusâ. Sie plädierte fĂźr eine echte Auseinandersetzung mit zeitgenĂśssischen Problemen. Demnach befremde Schwarzers stets gleiche Kritik an der Pornografie gerade junge Frauen zunehmend. Die eigentlichen Probleme, etwa dass Deutschland beim Anteil der Frauen an Universitäten, in Medien oder in wirtschaftlichen FĂźhrungspositionen weit hinten stehe, wĂźrden von Schwarzer nicht angegangen.cite-ref-114[114]
Rechtswissenschaftliche Position
Der Islamwissenschaftler und Jurist Mathias Rohe bezeichnete Schwarzers Einschätzung, das Rechtssystem werde âvon Islamisten unterwandertâ, als nicht zutreffend und warf ihr vor, âin grotesker Weiseâ die Situation zu verkennen.cite-ref-terr-115-0[115] Laut Rohe setze das deutsche Rechtssystem âklare Grenzenâ, wo es âum Leib, Leben oder Freiheitâ gehe.cite-ref-terr-115-1[115]
Kritik an Schwarzer
Der Journalist Kay Sokolowsky warf Schwarzer unter Verweis auf eine Kritik Henryk M. Broders im Jahr 1999 Antisemitismus vor und unterstellte ihr Sympathien zu rechten Symbolfiguren wie Leni Riefenstahl.cite-ref-neuerechte-116-0[116]
Bettina RĂśhl kritisierte Schwarzers Haltung zum Fall von Bruce Reimer. Dieser war als Junge durch chirurgische Eingriffe und Hormonbehandlung kĂśrperlich einem Mädchen angeglichen und als solches erzogen worden, nachdem durch einen ärztlichen Kunstfehler seine primären Geschlechtsorgane schwer beschädigt worden waren. Aus Verzweiflung darĂźber beging er 2004 als Erwachsener Suizid. Schwarzer habe diesen âtragischen und skrupellos verĂźbten Fall gewaltsamer Geschlechtsumwandlungâ als Beleg fĂźr ihre These, âdie Geschlechtsidentität sei keine biologische, sondern nur eine psycho-soziale GrĂśĂeâ, geradezu âhymnisch gefeiertâ und bis heute eine Distanzierung davon versäumt, um ihre Thesen nicht in Frage stellen zu mĂźssen. Schwarzer hatte 1975 Ăźber den Fall in ihrem Buch Der kleine Unterschied geschrieben: Sie schilderte den Fall der biologisch männlichen Zwillinge kritisch, von denen der eine als âMannâ erzogen wurde, der andere, dem versehentlich der Penis amputiert wurde, als âFrauâ. FĂźr sie ist der Fall ein Beleg fĂźr den Drill zur âWeiblichkeitâ bzw. âMännlichkeitâ.cite-ref-117[117]
In einem Beitrag fĂźr die Frankfurter Allgemeine Zeitung verteidigte Schwarzer 2008 die Weigerung der Militärjunta Myanmars, nach dem Zyklon Nargis westliche Hilfe ins Land zu lassen, mit dem Hinweis u. a. auf die angebliche humanitäre Hilfe der USA 1968 fĂźr Kambodscha, deren âReisbomberâ Bomben transportierten, sowie auf die Doppelmoral der Medien. Auch die Volksrepublik China, zur gleichen Zeit Opfer von Naturkatastrophen, habe zunächst keine westliche Hilfe ins Land gelassen, werde aber von niemandem dafĂźr kritisiert. AuĂerdem werde Myanmar zwar von einer postmaoistischen Junta regiert, gegen die sie als Burmesin zweifellos auch opponieren wĂźrde, doch sei es falsch, das Land im Rahmen der âAchse-des-BĂśsen-Kampagneâ in diesem MaĂe zu dämonisieren und Ăśkonomisch zu boykottieren. Darunter leide nur die BevĂślkerung Myanmars. JĂśrg Lau warf Schwarzer daraufhin in der Zeit âwestlichen Selbsthassâ sowie âHohn auf Menschenrechte und Demokratieâ vor.cite-ref-118[118]
Anfang 2015 schrieb Simone Schmollack, Schwarzer werfe âalles in einen Topf: Zwangsverschleierung, Sharia-Polizei, Faschismus, Pegida, Fremdenfeindlichkeitâ. Unter Bezugnahme auf Schwarzers Behauptung, dass in einem ersteigerten Haus im Zentrum einer deutschen Kleinstadt âtief verschleierte, Ăźberwiegend junge Frauenâ verkehrten, was sie als mĂśgliches âIndoktrinationszentrum fĂźr Salafistenâ deutete, meinte Schmollack, dass es âsicher kaum mĂśglichâ sei, âhinter einem Vollschleier das Alter eines Menschen zu erkennenâ.cite-ref-taz15-75-1[75]
In Bezug auf das Manifest fĂźr Frieden von Februar 2023, dessen Mitinitiatorin Schwarzer war und das sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und fĂźr Verhandlungen ausspricht, schrieb Jan Feddersen in der TAZ, Schwarzer enthĂźlle sich damit als âAntifeministinâ, denn wenn es in dem Manifest heiĂe, âFrauen wurden vergewaltigtâ, spreche âes nicht Ăźber die Täter, auch nicht Putinâ.cite-ref-119[119]
Kachelmann-Prozess
Schwarzer berichtete ausfĂźhrlich und einseitig in der Bild Ăźber den Prozess am Mannheimer Landgericht gegen den Wettermoderator JĂśrg Kachelmann. Entgegen Schwarzers Einschätzung wurde Kachelmann vom Vergewaltigungsvorwurf freigesprochen; der Axel-Springer-Verlag wurde später wegen der dabei an Kachelmann begangenen PersĂśnlichkeitsrechtsverletzungen zur damals hĂśchsten Geldstrafe in der Geschichte des deutschen Journalismus verurteilt. Die Spiegel-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen bezeichnete Schwarzer in diesem Zusammenhang als âfanatische Feministinâ, die auf ârechtsstaatlichen Garantien wie etwa der Unschuldsvermutung Ăśffentlich herumtrampeleâ und âWerte, die die Gesellschaft zusammenhalten, ins Lächerlicheâ ziehe, wie dies im Kachelmann-Prozess geschehen sei.cite-ref-120[120]
Bedeutung Schwarzers
Laut einer Allensbach-Umfrage von 2006 kennen 83 Prozent aller Deutschen Schwarzer, und 67 Prozent sind der Meinung, dass sie viel fĂźr Frauen getan habe.cite-ref-121[121] Der Historiker Hans-Ulrich Wehler schrieb 2007 anlässlich einer Rezension von Schwarzers politischem Essay Die Antwort in der rechtskonservativen Schweizer Weltwoche: âMan braucht diese PersĂśnlichkeit nur einmal wegzudenken, um zu erkennen, in welchem MaĂe diese Publizistin und De-facto-Politikerin, oft im Alleingang, die Sache der Frauen Ăźberzeugend verfochten hat. Ohne diese ganz individuelle Motorik, ja seiâs drum, ohne diese Leidenschaft, im offenen Streit fĂźr die gerechte Sache unentwegt voranzugehen, hätte der Frauenbewegung, aber auch den Entscheidungsgremien der Parteipolitik ein wesentlicher Impuls gefehlt.âcite-ref-122[122]
Gemäà dem âIntellektuellen-Rankingâ der Zeitschrift Cicero war Schwarzer 2008 hinter Elke Heidenreich die âeinflussreichste deutsche Intellektuelleâ. Grundlage der Rangliste bilden die Präsenz der Frauen in 160 fĂźhrenden Zeitungen und Zeitschriften seit 1998 sowie Verweise im Munzinger-Personenarchiv und im Internet.cite-ref-123[123] Im Ranking des Jahres 2012 stand Schwarzer als erste Frau auf Platz vier und war damit laut Cicero âdie Frau mit der hĂśchsten Ăśffentlichen Deutungsmachtâ.cite-ref-124[124] 2019 stand sie als zweite Frau nach Elfriede Jelinek (Platz sieben) auf Platz neun.cite-ref-125[125] Unter den â500 wichtigsten Intellektuellenâ waren 89 Frauen.cite-ref-126[126]
Auszeichnungen
⢠1991: von der Heydt-Kulturpreis der Stadt Wuppertal fßr das Lebenswerk
⢠1992: Dr. Kurt Neven DuMont Medaille der Westdeutschen Akademie fßr Kommunikation
⢠1996: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
⢠1997: Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen
⢠1997: Frau des Jahres 1997 des Verbandes Deutscher Staatsbßrgerinnen
⢠1999: Integrationspreis der Stiftung Apfelbaum
⢠2003: Zivilcouragepreis des CSD Berlin
⢠2004: Goldene Feder der Bauer Verlagsgruppe (Ehrenpreis)
⢠2004: Ritter der franzÜsischen Ehrenlegion (Chevalier dans l'Ordre National de la LÊgion d'Honneur)
⢠2005: Donauland Sachbuchpreis Danubius
⢠2005: Journalist des Jahres (Branchenzeitschrift âMedium-Magazinâ)
⢠2008: Ludwig-BÜrne-Preis
⢠2018: Markgräfler Gutedelpreiscite-ref-128[128]
Schriften
Als Autorin
⢠Frauen gegen den § 218. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1971.
⢠Frauenarbeit â Frauenbefreiung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1973. 1985 neu aufgelegt als: Lohn: Liebe
⢠Der kleine Unterschied und seine groĂen Folgen. Frauen Ăźber sich; Beginn einer Befreiung. Protokolle und Essays. 1. Auflage 1975. S. Fischer, Frankfurt a. M. (bis 2002 mehrere Auflagen)
⢠So fing es an â 10 Jahre neue Frauenbewegung. Chronik. Emma Frauenverlag, 1981. (1983, Taschenbuch bei dtv)
⢠Mit Leidenschaft. Texte von 1968â1982. Rowohlt Verlag, Hamburg 1982.
⢠Simone de Beauvoir heute â Gespräche aus 10 Jahren. Interviews und Essays. Rowohlt Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-498-06161-6.
⢠Warum gerade sie? Weibliche Rebellen. Luchterhand Literaturverlag, Frankfurt am Main 1989.
⢠Taschenbuchausgabe: Warum gerade sie? Weibliche Rebellen. Begegnungen mit berßhmten Frauen. (= Die Frau in der Gesellschaft, Band 10838). Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-10838-1.
⢠Von Liebe + HaĂ. Fischer Verlag, Frankfurt 1992.
⢠Eine tĂśdliche Liebe â Petra Kelly + Gert Bastian. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 1994, ISBN 3-462-02288-1. (Taschenbuch im Heyne Verlag, MĂźnchen)
⢠Marion DĂśnhoff â Ein widerständiges Leben. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 1996, ISBN 3-462-02531-7. (Taschenbuch im Knaur Verlag, MĂźnchen)
⢠So sehe ich das. Texte von 1992â1996. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 1997.
⢠Romy Schneider â Mythos und Leben. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 1998, ISBN 3-462-02740-9. (Taschenbuch im Knaur Verlag, MĂźnchen)
⢠Der groĂe Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 2002, ISBN 3-462-02934-7. (Taschenbuch im Fischer Verlag 2000, ISBN 3-596-15237-2).
⢠Alice im Männerland. Eine Zwischenbilanz. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2002, ISBN 3-462-03143-0.
⢠Alice Schwarzer porträtiert Vorbilder und Idole. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2003, ISBN 3-462-03341-7.
⢠Frauen mit Visionen, mit Fotografin Bettina Flitner, Knesebeck, Mßnchen 2004
⢠Liebe Alice, liebe Barbara. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2005. (Briefwechsel mit Barbara Maia)
⢠Die Antwort. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2007, ISBN 978-3-462-03773-9.
⢠Simone de Beauvoir. Ein Lesebuch mit Bildern. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-62418-6.
⢠Simone de Beauvoir. Weggefährtinnen im Gespräch. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2007, ISBN 978-3-462-03956-6.
⢠Journalistin aus Passion. Picus, Wien 2010
⢠Lebenslauf. Autobiografie. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2011, ISBN 978-3-462-04350-1. (Autobiografie)
⢠Reisen in Burma. (mit Fotos von Bettina Flitner), DuMont Verlag, KÜln 2012, ISBN 978-3-8321-9424-6.
⢠Meine algerische Familie. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2018, ISBN 978-3-462-05120-9.
⢠Lebenswerk. Zweiter Teil der Autobiografie. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2020, ISBN 978-3-462-00278-2.
Als Herausgeberin
⢠Wahlboykott. Emma Frauenverlag, KÜln 1980.
⢠Das EMMA-Buch. dtv, Mßnchen 1981.
⢠Sexualität. Emma Frauenverlag, KÜln 1982, TB 1984 im Rowohlt Verlag, Hamburg 1982.
⢠Durch dick und dßnn. Emma Frauenverlag, KÜln 1986, TB 1986 im Rowohlt Verlag, Hamburg 1984.
⢠Weg mit dem § 218! Emma Frauenverlag, KÜln, aktualisierte Neuauflage: 1990 FristenlÜsung jetzt! Emma Frauenverlag, KÜln 1990.
⢠Das neue EMMA-Buch. dtv, Mßnchen 1986.
⢠PorNO. Emma Frauenverlag, KÜln 1988.
⢠mit Ute Gerhard und Vera Slupik: Auf Kosten der Frauen. Frauenrechte im Sozialstaat. Beltz, Weinheim 1988.
⢠KRIEG. Was Männerwahn anrichtet â und wie Frauen Widerstand leisten, gegen Krieg und islamischen Fundamentalismus. Emma Frauenverlag, KĂśln 1990, TB 1992 Fischer Verlag, Frankfurt 1992.
⢠Das neueste EMMA-Buch. dtv, Mßnchen 1991.
⢠Schwesternlust + Schwesternfrust. 20 Jahre Neue Frauenbewegung â eine Chronik. Emma Frauenverlag, KĂśln 1991.
⢠PorNO. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 1994. (aktualisierte Neuauflage vom gleichnamigen EMMA-Buch)
⢠Turm der Frauen. Der KÜlner Bayenturm. Vom alten Wehrturm zum FrauenMediaTurm. DuMont Buchverlag, KÜln 1994.
⢠Man wird nicht als Frau geboren. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2000.
⢠Die Gotteskrieger â und die falsche Toleranz. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 2002.
⢠Emma. Die ersten 30 Jahre. Kollektion Rolf Heyne, Mßnchen 2007, ISBN 978-3-89910-358-8.
⢠Damenwahl. 90 Jahre Frauenwahlrecht. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2008.
⢠Die groĂe Verschleierung: FĂźr Integration, gegen Islamismus. 2010, ISBN 978-3-462-04263-4 (Mit Beiträgen u. a. von: Elisabeth Badinter, Djemila Benhabib, Rita Breuer, Cornelia Filter, Carola Hoffmeister, Necla Kelek, Chantal Louis, Khalida Messaouidi-Toumi, Katha Pollitt, Annette Ramelsberger, Gabriele Venzky, Martina Zimmermann) Kurzauszug
⢠Es reicht! Gegen Sexismus im Beruf. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2013, ISBN 978-3-462-04588-8.
⢠Prostitution â Ein deutscher Skandal. Hrsg. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 2013, ISBN 978-3-462-04578-9.
⢠Der Schock â Die Silvesternacht von KĂśln, Hrsg., mit Beiträgen von Kamel Daoud, Necla Kelek, Bassam Tibi u. a. Kiepenheuer & Witsch, KĂśln 2016, ISBN 978-3-462-04999-2.
⢠Mit Chantal Louis (Hrsg.): Transsexualität. Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? Eine Streitschrift. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 2022, ISBN 978-3-462-00267-6.
Literatur
⢠Anna Dßnnebier, Gert von Paczensky: Das bewegte Leben der Alice Schwarzer. Kiepenheuer & Witsch, KÜln 1998. (Taschenbuch: Droemer Knaur, Mßnchen 1999, ISBN 3-426-77435-6).
⢠Miriam Gebhardt: Alice im Niemandsland. Wie die deutsche Frauenbewegung die Frauen verlor. Deutsche Verlags-Anstalt, Mßnchen 2012, ISBN 978-3-421-04411-2.
⢠Robert Habeck: Bild, Burma, Basta â Alice Schwarzer. In: Schmierfinken : Politiker Ăźber Journalisten. Hrsg. von Maybrit Illner und Hajo Schumacher. Heyne, MĂźnchen 2009, ISBN 978-3-453-62037-7.
⢠Ilse Lenz: Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. VS Verlag fßr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14729-1.
⢠Bascha Mika: Alice Schwarzer. Eine kritische Biographie. Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3-499-60778-6.
⢠Kay Sokolowsky: Who the fuck is Alice? Was man wissen muĂ, um Alice Schwarzer vergessen zu kĂśnnen. Edition Tiamat, Berlin 2000, ISBN 3-89320-029-0.
Filme
⢠Alice Schwarzer: Simone de Beauvoir live. â 45-minĂźtiges TV-Porträt aus dem Jahr 1973, DVD dt. und franz. Version, Emma-Verlag, KĂśln 2008.
⢠Der Chef. â Filmporträt von Alice Schwarzer, Arte 2008.
⢠Alice Schwarzer â Kinodokumentarfilm, 100 Minuten, Regie: Sabine Derflinger, Ăsterreich 2022.
⢠Alice â Zweiteiliger Fernsehfilm. Regie: Nicole Weegmann, Deutschland 2022.
Weblinks
Commons
: Alice Schwarzer
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Alice Schwarzer
â Zitate
⢠Literatur von und ßber Alice Schwarzer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Alice Schwarzer in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Offizielle Website von Alice Schwarzer
⢠Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Alice Schwarzer bei Perlentaucher
⢠Alle Artikel in Spiegel Online ßber Alice Schwarzer, abgerufen am 5. November 2012
⢠Biografie bei Fembio
⢠âAlice kontra Esther. Ein Streitgespräch zwischen Esther Vilar und Alice Schwarzerâ, WDR, 1975, 43 min
⢠Alice Schwarzer, tabellarischer Lebenslauf in Stiftung Deutsches Historisches Museum
⢠Christoph Amend, Jochen Wegner: Alice Schwarzer, wie wird man eine Frau? In: Alles gesagt? Interviewpodcast von Zeit Online. 8. Oktober 2020; abgerufen am 31. Oktober 2020.
⢠WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik. Gespräch am Samstag vom 3. Dezember 2022: Alice Schwarzer ßber alten und neuen Feminismus
⢠Wir haben viel erreicht â aber es bleibt noch viel zu tun!Âť (40 Jahre Emma) In: Zeitblende von Schweizer Radio und Fernsehen vom 28. Januar 2017 (Audio)
Einzelnachweise
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cite-note-66. â Simone de Beauvoir. Weggefährtinnen im Gespräch Kiepenheuer & Witsch, 2007, S. 27.
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cite-note-1010. â Kristina Schulz: Der lange Atem der Provokation: die Frauenbewegung in der Bundesrepublik und in Frankreich 1968â1976. Campus Verlag, Frankfurt 2002, ISBN 3-593-37110-3, S. 211.
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cite-note-8484. â Pornografie
cite-note-8585. â Zauberhafte Zeiten Interview mit Prof. Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit, Emma Mai/Juni 2009, abgerufen am 13. August 2012.
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cite-note-8787. â Alice Schwarzer muĂ Akt-Fotos honorieren. In: Berliner Zeitung. 28. Juli 1994, abgerufen am 16. Juni 2015.
cite-note-882. Tabu Inzest: Das Verbrechen Ăźber das niemand spricht. In: Emma. Mai 1978. Tabu Inzest, das Verbrechen Ăźber das niemand spricht. In: EMMA â Die ersten 30 Jahre. Collection Rolf Heyne, 2007, ISBN 978-3-89910-358-8, S. 410.
cite-note-893. Foltern Frauen wie Männer? Ein genauer Blick auf die Folterfotos von Abu Ghraib und das Militär wirft viel mehr Fragen auf, als bisher gestellt wurden. In: EMMA â Die ersten 30 Jahre. Collection Rolf Heyne, 2007, ISBN 978-3-89910-358-8, S. 432.
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